Sie sind hier:

Bremer Verein "Ambulante Versorgungsbrücken e.V" fordert Ausbau digitaler Angebote für Senior:innen als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge

Bremen, 19. Juli 2021 – In ihrem Forderungspapier „Zukunft: Alter! Nähe durch digitale Teilhabe in distanzierten Zeiten“ fordert der Bremer Verein Ambulante Versorgungsbrücken e.V. (AVB) den Auf- und Ausbau nachhaltiger Unterstützungsstrukturen für ältere Menschen mit unterschiedlichen Vorerfahrungen im digitalen Bereich. Adressaten des Forderungspapiers sind politische Gremien und die dort aktiven Expertinnen und Experten vor allem in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Frauen, Gleichberechtigung und Senior:innen.

„Die Digitalisierung hat inzwischen alle Teile des Alltagslebens durchdrungen. Gleichzeitig setzt ein kompetenter Umgang mit den digitalen Techniken bestimmte Fähigkeiten voraus, die insbesondere in der Gruppe der Älteren ungleich verteilt sind“, erläutert Ricarda Möller, Vorständin der AVB, die Situation. Die Folgen: soziale Isolation und Einsamkeitsgefühle gerade bei diesen Personen. „Der Umgang mit digitalen Medien kann Einsamkeit verringern und soziale Teilhabe ermöglichen, das wissen wir aus unserer täglichen Arbeit“, sagt sie und stellt folgende Forderungen an die Politik: Seniorenarbeit muss als Teil der Gesundheitsvorsorge wahrgenommen werden. Digitale Angebote für ältere Menschen müssen gefördert werden und einfach zugänglich sein. Dazu gehören ein kostenfreies WLAN in ambulanten und stationären Einrichtungen in Bremen und Bremerhaven. Dazu gehört die Bereitstellung von Endgeräten wie Tablet, Smartphone und Notebook als Leistung einer digitalen Grundausstattung sowie die regelmäßige digitale Anleitung und Unterstützung in Alten- und Pflegeheimen, um älteren Menschen eine digitale Kommunikation zu ermöglichen. Und: Die Umsetzung benötigt eine regelhafte, einfach abrufbare personelle sowie finanzielle Unterstützung.

Die Ambulanten Versorgungsbrücken unterstützen seit vielen Jahren ältere Menschen durch Beratung, Information, Alltagsbegleitung und digitaler Schulung überwiegend auf ehrenamtlicher Basis. „Alter ist unser aller Zukunft. Soziale Isolation, Vereinsamung, Vereinzelung – dagegen müssen wir gemeinsam, solidarisch und vernetzt vorgehen“, fordert die 27-Jährige gemeinsam mit ihrem Verein.

Forderungspapier der Ambulanten Versorgungsbrücken (pdf, 244.6 KB)

Über Ambulante Versorgungsbrücken e.V.
Die Ambulante Versorgungsbrücken e.V. sind ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell un-abhängiger, eingetragener Verein mit derzeit mehr als 200 Mitgliedern. Gegründet wurde der Ver-ein 2009 und ist seitdem im sozialen und gesundheitlichen Bereich tätig. Die Hauptaufgabe ist die Beratung bei Gesundheitsfragen älterer Menschen und ihrer Angehörigen. Selbstbestimmtheit im Alter und die Hilfe zur Selbsthilfe stehen dabei im Fokus. Teilhabe wird für lebenserfahrene Men-schen auch durch die Arbeit als Digital-Kompass Standort gefördert. Intergenerativ als auch inter-kulturell baut der Verein zudem “Brücken” durch das Projekt “alt & jung – Chancenpatenschaften“ für Geflüchtete in Bremen. Circa 80 Prozent der Vereinsarbeit erfolgt durch Ehrenamtliche. Der Verein finanziert sich hauptsächlich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Mehr Informationen gibt es unter: www.ambulante-versorgungsbruecken.de.

Ambulante Versorgungsbrücken e.V.